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Richtige Koiernährung erfordert artgerecht zusammengesetzte, ausgewogene Spezialfutter. Diese Futter sollen die Tiere auf keinen Fall mästen, sondern sie bei Erhalt einer kräftigen, schlanken Form und ausgeprägter Haut- und Farbqualität ein langes Leben gesund erhalten.
Die Fütterung der Fische ist immer ein Höhepunkt am Teich und bietet Gelegenheit, die Tiere sorgfältig zu beobachten und zu kontrollieren.


Koifutter

Koi haben keinen Magen und dadurch kein Sättigungsgefühl. In der Natur finden Fische meist nur über den Tag verteilt einige wenige Futterbrocken, können sich dadurch kaum überfressen. Sie sind zur ständigen Nahrungsaufnahme ("Dauerhunger") bereit. Diese Bereitschaft zur ständigen Nahrungsaufnahme darf nicht dazu verleiten, die Fische ständig zu füttern, der sogenannte Dauerhunger ist die vermenschlichte Form der arteigenen ständigen Fressbereitschaft von Fischen.

Daraus kann abgeleitet werden: Knapp bemessene, häufige tägliche Futtergaben angepasst an die Nährstoffdichte des verwendeten Futters und natürlich an die Wassertemperatur sind erforderlich und sinnvoll. Die Fische müssen auch nach der Fütterung noch eine gute Fressbereitschaft zeigen.

Man kann sich den Fischdarm als eine Art offenes, ziemlich kurzes Rohr vorstellen, in das nur eine bestimmte Menge Futter hineinpasst. Jedes Zuviel auf einmal fällt kaum verdaut hinten heraus, geht für die Koiernährung verloren und balastet das Teichwasser. Die Abstände zwischen den Fütterungen liegen bei guten Temperaturen optimal bei ca. 3,5 Stunden (ungefähre Verweildauer einer Futterration im Darm, stark abhängig von der Futterqualität). Kleinere Koi können zur Erzeugung eines hohen Zuwachses häufiger (10x/Tag!) gefüttert werden, größere, ältere nicht ganz so oft.

                                 Die Auswahl der richtigen Körnung

                                                      Atama Körnungsvergleich

Kleinere Körnungen haben den Vorteil einer langsameren Futtermengen-Aufnahme. Und auch einer etwas besseren Nährstoffverteilung sowie Verdaulichkeit. Die Konkurrenz der Tiere untereinander beim Fressen wird geringer, kleinere Tiere bekommen ebenfalls genügend Nahrung ab. Wichtig ist auch die etwas längere Beschäftigung der Koi, an der es in vielen Koiteichen ohne jeglichen Pflanzenwuchs mangelt.

Im Zweifel wähle man eine kleinere Körnung, auf jeden Fall auch zur Fütterung bei niedrigeren Wassertemperaturen. Sehr empfehlenswert bei unterschiedlichen Koigrößen sind auch Körnungsgemische. Die gröberen Futterkörner werden dann von den lebhaftesten Koi bevorzugt herausgesucht, den anderen bleibt etwas mehr Zeit zum Fressen.

Am gebräuchlichsten sind die 3-6mm Körnungen. Bei sehr großen Koi kann man die gröberen Körnungen 7,5-10mm wählen. Die z.B. auch besonders gut zur zusätzlichen Fütterung aus der Hand geeignet sind, sozusagen als "Leckerli/Snack."

Unsere Angaben zu den Körnungen in mm sind jeweils Anhaltswerte und können nicht maßgenau sein. Sie schwanken durch das unterschiedliche Verhalten der Futtermischungen bei dem Pressvorgang und durch den Abnutzungsgrad der verwendeten Matritze.

                                                                                    

Ausschließlich Schwimmfutter füttern?

Mit Sinkfutter kann dem natürlichen Freßverhalten der Koi entgegengekommen werden.

Auch wenn Störe mit im Teich sind, sollte Sinkfutter für Koi - wenigstens teilweise – mitgefüttert werden, da die Koi dieses Futter bevorzugen und dadurch von dem Störfutter etwas abgelenkt sind. Das spezielle Störfutter hat eine sehr hohe Nährstoffdichte und ist aufgrund seiner Komponenten nicht ganz artgerecht für Koi. Zwangsläufig wird es von den Koi mitgefressen und kann bei längerfristig erhöhter Aufnahme zu einer ungünstigen Überversorgung bzw. Belastung durch schwere Verdaulichkeit insbes. der Fettanteile führen.

Sehr sinnvoll ist die Verwendung von leichtverdaulichem Sinkfutter bei niedrigen Wassertemperaturen in Herbst, Winter und Frühjahr zu. Dann ist es ratsam, die Koi nicht mehr nur von der Wasseroberfläche fressen zu lassen.
Zu beachten ist hierbei, dass die entspr. Sinkfutter durch ihre Zusammensetzung auch wirklich für niedrigere WT geeignet sind - ein Futter wird nicht allein durch die Eigenschaft des Absinkens zu einem leichtverdaulichen Winterfutter!
Die zeitweise Zugabe von etwas Sinkfutter hat noch einen Nebeneffekt: Durch die Bewegung der Fische am Teichgrund wird dieser - besonders bei vorhandenen Bodenabläufen - sauber gehalten. Natürlich nicht zu dicht an den Bodenabläufen einstreuen und nur wenig auf einmal.
Vor allem in relativ dicht besetzten Koiteichen werden auch immer einmal etwas schüchterne Tiere dabei sein, die von dem Schwimmfutter nur wenig abbekommen. Man kommt diesen Tieren mit ein wenig zusätzlichem Sinkfutter sehr entgegen, weil die anderen Fische bei der gierigen Futteraufnahme an der Oberfläche keinerlei gegenseitige Rücksicht nehmen.
Sehr empfehlenswert sind auch die neu entwickelten, nur langsam absinkenden Futtersorten - evtl. mit kleinen Anteilen schwimmender Körner.

Meistens wird im Normalfall bei der Koifütterung bevorzugt Schwimmfutter eingesetzt. Entsprechend groß ist die Auswahl im Futterangebot. Man hat eine wesentlich bessere Kontrolle über Tiere und Futteraufnahme. Die meisten Koi lernen schnell die Futteraufnahme von der Wasseroberfläche, es wird sogar immer wieder einige geben, die überhaupt nicht mehr vom Teichboden fressen wollen.

Eine Besonderheit ist die intensive, ausschließliche Fütterung nährstoffreicher Sinkfutter zur Erzeugung extremer Zuwächse bei den Koi. Dies wird von Zuchtfarmen und Händlern oft praktiziert um junge Koi mit gutem Potenzial schnell "ins Geld wachsen zu lassen". Ob dieses ein für die Praxis wünschenswertes Ziel ist, muss bezweifelt werden. Immer wieder hört man von z.B. vorzeitiger Alterung der Haut, Problemen mit dem Skelett und besonders stressempfindlichen Fischen (Kiemenbluten) bei diesen "mit Gewalt in die Länge gezogenen" Fischen. Auch das Argument, die an der Oberfläche fressenden Fische bekommen Probleme mit der Körperform ist mit Vorsicht zu genießen. Auf jeden Fall sollte es für den Praktiker noch viele andere Kriterien der Fütterung geben, als eine zu einseitig betonte, überschnelle Wachstumsintensität!

                                                                                                 Die praktische Fütterung
                                                                                            ("Dauerhunger" bei gesunden Koi!)

                                                              Fütterung am Teich 

  Richtig gefütterte Koi kommen bei Bewegungen am Teich freudig und "hungrig" angestürmt.  Ist Fütterungszeit, gibt man breit verteilt - in mehreren kleinen Mengen - von gleicher Stelle aus soviel Futter, wie ziemlich schnell, etwa in 1-2 Minuten aufgenommen wird. Die häufig angegebenen 5-10 Minuten sind fast immer zu lange. Sehr bewährt hat sich allerdings die etwas verlängerte Fütterung - mit der vorher festgelegten Futtermenge - in vielen kleinen Prisen verteilt über die ganze Teichoberfläche. Dabei kann man gezielt den Fischen, auch den etwas schüchternen das Futter zuwerfen, alle bekommen etwas ab. Die Fische bleiben in ständiger Bewegung - sie müssen jedes Körnchen einsammeln.

Nach Möglichkeit soll die Gesamt-Tagesration auf mindestens 3/4, besser 5 oder auch 6 Rationen (Gesamtmenge siehe nächster Abschnitt) aufgeteilt in der geschilderten Form gefüttert werden. Eine noch höhere Futterfrequenz ohne Erhöhung der Gesamt-Futtermenge kommt den natürlichen Verhältnissen am nächsten und fördert Gesundheit, Wachstum und Futterausnutzung. Besonders junge Koi sollten zur Erzielung einer guten Größenentwicklung bei guten Umgebungsverhältnissen mind. ca. 6-8x am Tag Futter erhalten.
Besteht tagsüber keine Möglichkeit selbst zu füttern, sollte über einen Futterautomaten nachgedacht werden, der zumindest einige zusätzlich Fütterungen übernehmen könnte.

Die regelmäßig über den Tag verteilten Fütterungen kommen außerdem den Filterbakterien entgegen. Diese haben nur eine kurze Lebensdauer, bei großen Pausen im Nährstoffangebot stirbt ein erheblicher Teil ab und steht bei dann wieder großem Angebot nicht mehr zur Verfügung. Ein häufiger, oft nicht berücksichtigter Grund für schlechte Wasserqualität und verstärktes Algenwachstum.

Für ein sparsames "Zwischendurch" eignen sich dann verschiedene Beifuttermittel je nach Verfügbarkeit und Gewohnheit. Immer in Maßen und darauf achtend, bekömmliche Futterstoffe zu verwenden (z.B. Trockenkrebschen, stärkearme Snacks, auch Seidenraupenpuppen, Salat usw. Sowie unser Futtersnack für die Handfütterung, auch Vitalpellets). Je vielseitiger die Koiernährung gestaltet werden kann, umso stabiler, agiler und farbenprächtig sind die Tiere!

                                                                                                                   Atama

Am Nachmittag und auch abends ist meist die größte Fresslust bei den Fischen, aber dann maßvoll füttern, und nicht zu spät am Abend. Normalerweise zeigen gesunde Fische auch morgens eine gesteigerte Fressbereitschaft. Sofern diese nicht vorhanden ist und auch nicht angewöhnt werden kann, sollten die Sauerstoffwerte überprüft werden. In der Nacht verbrauchen alle grünen Pflanzen und Algen ziemlich viel Sauerstoff, in vielen Teichen herrschen am Morgen sehr niedrige Sauerstoffwerte. Bei Knappheit reagieren die Koi dann sofort u.a. mit verhaltener Futteraufnahme.

Einer der Gründe für die Empfehlung spät am Abend weniger zu füttern ist daher die nächtliche Sauerstoffverminderung (die Verdauung erfordert große Mengen an Sauerstoff), ein weiterer aber auch die erfolgende Abkühlung des Teichwassers. Wobei in den Sommermonaten bis ja spätabends noch Tageslicht ist. Im allgemeinen sollte daher auch nachts stärker durchlüftet werden - am Tage dann weniger.

Noch wichtig: Jede Änderung der Futtersorte sollte gleitend geschehen, d.h. die Übergänge gemischt mit der Vorsorte. Das Verdauungssystem braucht etwas Zeit, um sich an eine andere Mischung anzupassen.

                                                         

Wieviel soll gefüttert werden?

Auch wenn es meist sehr schwer fällt; für das gesunde Gedeihen der Koi ist es am günstigsten, wenn sie insgesamt etwas knapp gehalten werden. Es gibt eine Regel in der Tierernährung: Je weniger Futter man gibt, desto höher ist die Verwertung der Gesamtration. Oder umgekehrt - je mehr man füttert, umso schlechter wird die Gesamtration verwertet, und, es wird entsprechend mehr unverwertet (wasserbelastend) ausgeschieden. Sinngemäß kann das auf die Häufigkeit der Futtergaben übertragen werden.

Zur Beachtung: In den meisten Koiteichen sind die Fische überversorgt. Verfettete Fische sind leider weit verbreitet, sie entstehen nicht nur durch zu reichliche Fütterung sondern auch durch ungeeignete Futtermittel (Mast--Futter mit verbilligenden Substituten, bes. ungeeigneten Fetten usw.). Viele Futterrechner errechnen nach Eingabe der Koigrößen leider viel zu hohe tägl. Futtermengen, und sind daher mit Vorsicht zu interpretieren.

Die Tagesration ist abhängig von Alter, Größe und Geschlecht der Koi, den Wassertemperaturen, dem Sauerstoffgehalt und der Nährstoffdichte des verwendeten Futters.

Als grobe Orientierung gibt man jüngeren, wachsende Koi pro Tag etwa 0,8-1,2 % ihres Körpergewichtes an Futter (Es gibt Schätztabellen im Internet). Größeren und älteren nur etwa 0,5 -0,8 % bei optimalen Wasser- und Temperatur- und Sauerstoffverhältnissen. Bei niedrigeren Temperaturen (unter z.B. ca. 16/17°) bereits wesentlich weniger. Die Menge ist natürlich auch sehr abhängig von der Nährstoffdichte/-verfügbarkeit (auch die Mineral-/ Wirkstoffgehalte sind zu beachten!) des verwendeten Futters. 

Merke: Die täglichen Futtergaben müssen immer im Einklang mit der Leistung des Filtersystems stehen. Ebenso wie die mögliche Besatzdichte des Teiches. Bei hoher Fütterungsintensität sind die Wasserwerte solange zu überprüfen (bes. Nitrit), bis der evtl. Anstieg die mögliche zu verabreichtende Futtermenge  begrenzt.

Es hat sich bewährt, die Grundmenge des Futters für den Tag in ein kleineres Gefäß zu füllen und dann diese Menge mit der entspr. Fütterungsfrequenz auf den Tag zu verteilen. Um eine ungefähr gleichmäßige Tagesmenge einzuhalten. Ein empfehlenswerter Abstand zwischen den einzelnen Fütterungen liegt bei 3-3,5 Stunden.

Und, wichtig: Die Fische fressen nicht immer gleich viel. Viele Faktoren beeinflussen die Fresslust, man sollte dies bei der Abmessung der Futtermenge stets berücksichtigen und die Futtergaben unterbrechen, wenn die ersten Koi verringerte Fresslust zeigen.

     Diese zahlenmäßigen Anhaltspunkte ersetzt nicht die Fütterung nach Beobachtung der Koi und den Hinweisen in den vorhergehenden Kapiteln.

 

Bitte beachten Sie unsere weiteren Empfehlungen unter der z.Zt. aktuellen Frühjahrsfütterung.