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Noch immer taucht die Diskussion über notwendige Fettgehalte in Koifuttern auf, bzw. es werden Futter mit unnatürlich hohen Fettgehalten von z.T. um die 20% und mehr angeboten!

Man muss dazu wissen, dass rein wirtschaftliche Interessen hinter den extrem hohen Fettempfehlungen auch für die Koiernährung stehen. Diese werden dazu benutzt wider besseres Wissen die Notwendigkeit hoher Fettgehalte zu suggerieren, die nichts mehr mit einer artgerechten Koiernährung zu tun haben. Sinn machen diese hohen Fettgehalte ausschließlich in Mastfuttermitteln für Speisefische, die mit möglichst wirtschaftlichen Futterstoffen in einem kurzen Leben so schnell wie möglich wachsen müssen. Und dabei auch Fette zur Geschmacksverbesserung im Gewebe einlagern sollen.

Zur Optimierung der notwendigerweise preisgünstigeren Karpfen- bzw. Forellenfuttern werden in hohem Maße verbilligende Nebenerzeugnisse aus der Nahrungsmittelindustrie (sogen. Substitute) verwendet. Der Einsatz von Substituten  (= Rückstände aus den zur menschl. Nahrungsmittelproduktion verarbeiteten Rohstoffen, z.B. Expeller, Extraktionsschrote, Nachmehle etc., sowie im weiteren Sinne auch Tier-, Feder- und Blutmehle, Rinder- und Schweinetalg, Kokos- und Palmfett sowie weniger geeignete Getreidesorten wie Futtergerste, Raps und Hülsenfrüchte u.a.)  ist in der Nutztierhaltung gang und gebe und dort auch zu vertreten. Die computergestützte Optimierung von Futtermischungen erzeugt auf dem Papier eine für jede Tierart passende Mischung mit den gewünschten Werten. Derartige Mischungen haben in der Regel zunächst u.a. einen hohen, die Verdaulichkeit einschränkenden Rohfasergehalt. Um die notwendigen Werte für die verdauliche Energie zu erhalten, wird reichlich Futterfett verschiedener Herkünfte hinzugefügt, z.T. auch aufgeprüht. Gleichzeitig werden dadurch rechnerisch die Kohlehydratwerte reduziert, ein weiteres Thema mit Diskussionsbedarf.

Vorgenannte Futtermischungen sind leider auch heutzutage immer noch als Koifutter getarnt auf dem Markt - zu Gunsten ausschließlich der Gewinnoptimierung - jedoch zu Ungunsten wertvoller Koi!

Diese Mastfutter haben natürlich einen ganz erheblich niedrigeren Einkaufspreis als echte Koifutter, oft unter 1 Euro pro kg. Es ist daher die Versuchung sehr groß, derartige Futter als gut geeignetes Koifutter zu beschreiben (und zu bewerben),  in möglichst bunte Tüten und Eimer abzufüllen und mit entsprechend höheren Preisen anzubieten.

Es gibt keine natürlichen Fischnährtiere, die auch nur annähernd derart extreme, ungesunde Fettgehalte aufweisen, wie manche dieser Futterangebote.  Dazu noch:  Die bekannten Versuche am Fischereiinstitut Potsdam mit hohen Fettzulagen für schnelle Zunahmen, und auch die Laborversuche mit extrem weitem Eiweiß-/Fettgehalt (reines Versuchsfutter, das es in der Praxis nicht gibt) betreffen ausschließlich Mastkarpfen bzw. Forellen aus der kommerziellen Teichwirtschaft. Die dafür untersuchten Maßnahmen zur Beschleunigung des Wachstums und der Zunahmen sind ausschließlich für die kommerzielle Teichwirtschaft relevant. Die hierbei erstrebten Zunahmen sind bei Zierfischen absolut unerwünscht und entsprechende Forschungsergebnisse  sind nur sehr bedingt bis garnicht auf die Ernährung von Koi in Gartenteichen übertragbar!

 

Jeder wirkliche Futtermittelfachmann weiß, dass ungeeignete Fette für Fische kaum und auch bei höheren Wassertemperaturen nur halbwegs verdaulich sind. Dass überhöhte Dosierungen nicht nur unerwünschte Körperformen, sondern auch gesundheitsschädliche, lebensverkürzende Verfettungen in der Leber und dem Bauchraum verursachen können. Abgesehen einmal von dem oft unschönen Fettfilm auf der Teichoberfläche und verschmierten Filtern.

Verfettete Fische - leider sehr weit verbreitet! - verlieren meist vorzeitig Ihre elegante Körperform und die schöne, klare Färbung. Sie haben ein verkürztes Leben, wirken plump und werden anfälliger gegen Krankheiten, Parasiten und oft unvermeidbare Wasserbelastungen. 

Anzustreben für eine artgerechte Koiernährung, die so gut wie nichts mit der Leistungsfütterung von Speisefischen zu tun hat, ist ein angemessener, ausgewogener Fettgehalt hoher Qualität -  Abhängigkeit von Qualität und Höhe des Rohproteingehaltes sowie aller anderen Futterinhaltsstoffe.

Mehr dazu an anderen Stellen.

Nachtrag: Nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen werden sehr hohe Fettgehalte bei niedrigeren Wassertemperaturen schlechter verwertet als voraufgeschlossene (mindestens extrudierte, besser fermentierte) Stärke. Es sind daher gerade für die Fütterung bei niedrigeren Wassertemperaturen Mischungen mit nur leicht erhöhten Fettgehalten, jedoch mit sorgfältigem Voraufschluss der anderen Nährstoffe aus gut verdaulichen Komponenten unbedingt zu bevorzugen.

Merke: Extrem hohe Fettgehalte in angeblichen Koifuttern sind immer ein Indiz dafür, dass es sich um billige Mastfutter aus der Teichwirtschaft handelt!