... und allgemeine Informationen über Koifutter.
Das Angebot an Futtermitteln für Farbkarpfen ist inzwischen ziemlich unüberschaubar geworden. Ausländische Erzeugnisse konkurrieren mit inländischen, die Preise klaffen auseinander und sind in der Dimension z.T. unverständlich. Unnötig aufwendige, teure Verpackungen und hohe Frachten für weit hergeholte Importe ergeben häufig bereits Kosten, die bei kleineren Gebinden den Wert des Inhalts überschreiten können.
Andererseits gibt es aber auch eine Preisgrenze nach unten. Hochwertige Futterkomponenten und ein aufwendiger Herstellungsprozeß bedeuten einen Mindestpreis für Qualitätsfutter. Und eine dünne, billige Plastiktüte reicht für eine zweckmäßige Verpackung natürlich nicht aus.
Angebote unter diesem Mindestpreis kann es daher nur bei weniger wertvollen Futtermitteln geben. Oder leider auch bei Ausverkäufen von Restbeständen am Ende oder gar nach der Saison.
Ausländisches Futter?
Im Gegensatz zu einigen Meinungen sind inländische Koifutter ausländischen – auch japanischen – keinesfalls unterlegen. Sehr häufig ist das Gegenteil der Fall, wie Tests beweisen. Unbestritten sind die japanischen Erfahrungen in der Haltung, Zucht und Fütterung von Farbkarpfen. Die Haltungsvoraussetzungen und die Zielvorgaben weichen jedoch ganz erheblich von den unsrigen ab.
Die deutsche, bzw. EU weite Futtermittelindustrie hat ein weit über die Grenzen hinaus anerkannt hohes technisches und fachliches Niveau. Deutsche Forschungsergebnisse in der Tierernährung bis hin zu direkt am Tier erarbeiteten Grundlagen zur Gestaltung der Futterrezepturen, werden weltweit verwendet. Hinzu kommt ein immer wieder aktualisiertes, strenges Futtermittelgesetz. Es überwacht nicht nur Herstellung und Inhaltsstoffe durch laufende Kontrollen. Insbes. Zusatzstoffe (z.B. Anti- und Probiotika, Farb- und Geschmacksstoffe, Stabilisatoren) unterliegen strengen Vorschriften, die es bei Produktionen außerhalb der EU häufig so nicht gibt.

Zusätzliche Aufwertung?
Alle Futtermittel unterliegen einem industriellen Herstellungsprozeß, bei dem einige Inhaltsstoffe negativ beeinflusst werden. Gerade wichtige ungesättigten Fettsäuren, viele Wirkstoffe und biologisch aktive Substanzen können nur naturbelassen ihre volle Wirksamkeit entfalten.
Es ist weiter die Möglichkeit gegeben, die vorhandenen Futtersorten noch gezielter den individuellen Wünschen und Zielvorgaben anzupassen, und sie abwechslungsreicher zu gestalten.
Verpackungseinheiten?
Die Verpackung unserer Futter orientiert sich am breiten Praxisbedarf. Sie besteht aus handlichen, wiederverschließbaren Eimern mit 2,5 und 5 Litern Inhalt. Dazu gibt es zur Rationalisierung und Abfallreduzierung passende Nachfülleinheiten in fest verschweißten, Kunststoffbeuteln aus Verbundfolie. Großpackungen liefern wir gern auf Anfrage, ab sofort bieten wir zusätzlich 10 Litereinheiten in Verbundfolie eingeschweißt an. Sowohl unsere Eimer als auch die Beutel sind aus lebensmittelechtem Material hergestellt.
Die Eimerfüllung wird nach Ermittlung des Volumengewichtes eingewogen. Die Preise sind dadurch nach dem Gewicht des Futters kalkuliert und nicht nach dem Volumen. Durch die etwas schwankenden Artgewichte bei den verschiedenen Chargen können sich schwankende Füllhöhen in den Eimern ergeben. Bitte beachten Sie bei Preisvergleichen die unterschiedlichen Füllmengen aufgrung der verschiedenen Artgewichte!
Es hat sich eingebürgert, viele Futtermittel nach Litern und gar Millilitern anzubieten. Dies ist ein Maß für Flüssigkeiten, bei festen Futtermitteln entspricht es eher einer Schätzung der wirklichen Menge! Kaufen Sie alle Futtermittel immer nach dem Gewicht in kg oder Gramm!
Qualität und Know-How 
Wir halten was wir versprechen. Alle angebotenen Produkte wurden mehrjährig – auch in vergleichenden Fütterungen – erfolgreich eingesetzt.
Es wird versichert, dass nur frisch hergestellte Futter verschickt werden. Zu fair kalkulierten Preisen, die auch bei Einrechnung etwaiger Versand- und Verpackungskosten jedem Vergleich mit Ladenpreisen für vergleichbare Qualitäten standhalten.
Die Fütterungsempfehlungen beruhen überwiegend auf eigenen Erfahrungen. Sie sind natürlich variabel und sollen Denkanstöße und vielleicht Diskussionsstoff geben.
Die Entwicklung steht nicht still. Es gibt immer wieder Neues bei unserem lebendigen Hobby, worüber zu diskutieren und informieren sich lohnt.
Tipps zur Auswahl eines Koifutters:
(Augen auf beim Koifutterkauf!)
Koi benötigen zum guten Gedeihen ein gehaltvolles, rohfaserarmes Futter mit für Fische hoher Verdaulichkeit der Nährstoffe.
Die unteren Grenzen im Gehalt der Hauptnährstoffe eines brauchbaren, extrudierten Koifutters mit etwa 7-8% Feuchtigkeit liegen je nach Haltungsvoraussetzungen bei etwa 33-35% Rohprotein, 1,8-2,0% Lysin (Mindestwert für eine artgerechte Eiweißqualität) und 3-4% Rohfett. .
Hochwertige Koifutter haben nicht nur höhere Nähr- und Wirkstoffdichten, sondern auch ein besonders ausgewogenes Eiweiß- : Fettverhältnis. Entgegen leider immer noch auftauchenden, von einander abgeschriebenen Empfehlungen, soll dieses Verhältnis ungefähr dem in den natürlichen Fischnährtieren vorhandenem entsprechen. Dieses liegt fast immer bei etwa 3-5 :1; im Winter ist das Verhältnis etwas enger, im Sommer etwas weiter.
Ganz wichtig für die Beurteilung der Futterqualität ist nicht allein die Angabe der Nährstoffgehalte (z.B. sind auch Schuhsolen Rohprotein und Wagenschmiere ist Rohfett!), sondern die verwendeten Nährstoffqualitäten. Erkennbar - zum Teil - an den verwendeten Rohstoffen. Ein Futtermittel kann nur so gut oder schlecht sein, wie die Qualität der Mischung bzw. für die Mischung eingesetzten Rohstoffen.

Der Hauptnährstoff Eiweiß ist für Koi nur dann ausreichend verdaulich, wenn er aus Fischerzeugnissen oder sonstigen im Wasser lebenden Krebschen und Würmern; auch aus Hefen und Spirulinaalgen stammt. Je höher der Rohproteingehalt des Futters ist, umso höher verdaulich muss dieser sein, damit nicht zuviele unverdauliche Eiweißbestandteile ausgeschieden werden und das Teichwasser belasten. Gleiches gilt für den weiteren Hauptnährstoff Fett. Es muss überwiegend aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren Herkunft Meerestiere und nur geringeren Anteilen pflanzlichen Ursprungs bestehen. Kohlehydrate sollen aus vollwertigen, rohfaserarmen Stärketrägern bestehen, durch Fermentation oder den Extrusionsvorgang aufgeschlossen.
Für gute Koifuttern werden hochwertige, teure Futterkomponenten wie z.B. Krillmehl, Qualitätsfischmehle, Pflanzenextrakte, Algen, Vollwertgetreide, Weizenkeime, Fischöl usw. verwendet.
Leider hat der zunehmende Wettbewerb inzwischen dazu geführt, dass auch weniger geeignete Komponenten, auch sogen. nicht mehr vollwertige Substitute von einigen Koifutterherstellern zur Verbilligung der Mischungen verwendet werden. Diesen Futtern, die oft "richtigen" Koifuttern im Aussehen angepasst werden, begegnet man dann an vielen Stellen zu kaum nachvollziehbar niedrigen Verkaufspreisen. Den häufig sehr rohfaserreichen Grundmischungen wird dabei durch unnatürlich hohe, billige Fettzusätze auf dem Papier die erwünschte Nährstoffdichte "eingehaucht". Und mit sehr massiver, z.T. als Fachartikel getarnter Werbung in den Markt gedrückt. Natürlich sterben die Fische nicht an diesen Billigfuttern, für die Ernährung hochgezüchteter Koi ist dies jedoch ein Irrweg der niemals zu den erwünschten Ergebnissen führen kann.
Derartige Futter werden inzwischen aus reinen Marketinggründen, bzw. auch zur Rechtfertigung eines überhöhten Preises, sogar als sogen. Premiumfutter beworben. Sie enthalten z.T. für die Koi völlig ungeeignete/schwerverdauliche Komponenten - z.B. Federmehl, Hülsenfrüchte, nicht mehr vollwertige Mühlennach- und Abfallprodukte bis hin gar zur Haferschälkleie, Billigfette, billige Mineralstoffverbindungen (gute Futter verwenden mindestens Monocaziumphosphat anstatt kaum verdauliches Dikalziumphosphat) u.v.a.m. Über dieses Gemisch wird dann Fett in großen Mengen gesprüht, damit die Tiere es überhaupt fressen, und die erforderlichen Energiewerte erreicht wird.
Es kann nur empfohlen werden, an wertvolle Koi, an denen man langjährig viel Freude haben möchte, die nicht nur gesund, sondern auch schön bleiben sollen, nur wirklich artgerechte, hoch- und vollwertige Futtersorten zu verfüttern! Es passt absolut nicht zu einem anspruchsvollen Hobby, bei der wichtigen Ernährung ein paar Euro sparen zu wollen. Es zahlt sich bestimmt aus kritisch zu sein, die Futtermischungen sorgfältig zu vergleichen, mit allen Sinnen zu prüfen und eigene Erfahrungen unter den vorhandenen Haltungsvoraussetzungen zu sammeln.
Hohe Nährstoffdichte in Mischungen mit der ernährungphysiologisch gewünschter Qualität erfordern natürlich ebenfalls angepasst hohe Wirkstoffdosierungen. Nur dann kann bei den möglichen geringeren Futtergaben das gewünschte, fast immer bessere Fütterungsergebnis erzielt werden. Unbedingt vorhanden sein soll auch Vitamin C mit wichtigen Funktionen im Hämoglobienstoffwechsel, unverzichtbar besonders für jüngere, wachsende Koi.

Hochwertige Futtermischungen bieten eine hohe Verdaulichkeit. Das bedeutet, daß bei entsprechend angepasster Fütterung wesentlich weniger Unverdautes mit entsprechender Wasserbelastung ausgeschieden wird.
Die Ausscheidungen der Fische sind daher zu beobachten. Sofern man "nichts" sieht, haben die Tiere oft Durchfall, das Wasser wird durch die mangelhafte Verdauung stark belastet. Sofern keine Krankheit vorliegt, ein Indiz für eine weniger geeignete Futtermischung. Der Fischkot sollte leicht geformt und in nicht zu langen Würsten einige Zeit zu sehen sein. Er kann in dieser Form auch am besten bereits durch die Vorfiltterung wirksam entfernt werden.
Bitte achten Sie bei der Futterwahl im Interesse der Tiergesundheit auf moderate Fettgehalte und ein ausgewogenes Verhältnis zu Eiweiß - man bedenke, dass gerade die teuersten Koifutter im Markt ihre unbestreitbar hohen Fütterungsergebnisse aus besonders artgerechten, vollwertigen Komponenten schöpfen und einen nur niedrigen Fettgehalt aufweisen. Der allerdings ebenso wie der dazu passende Eiweißgehalt von excellenter, artgerechter Qualität ist, die ihren Preis hat!
Farbverstärkende Zusätze werden besonders für die Sommerfütterung empfohlen. Dazu gehören die reichen Carotinoide aus den bekannten Spirulinaalgen, sowie Paprikaextrakte und Astaxanthin. Auch Qualitätsfischmehle haben positiven Einfluß auf das Erscheinungsbild. Es empfehlen sich weitere Zusätze z.B. zur Gesundheitsförderung (Immunstimulantien), Hefeglucane, Pro- und Prebiotika, Pflanzen- und Wurzelextrakte oder zur Nährstoffoptimierung (Betaine, Stärkeaufschluß). Leider sind alle diese Zusätze relativ teuer und beeinflussen natürlich je nach Qualität und Menge den Futterpreis.
Ganz wichtig ist die Frische (Haltbarkeitsdatum). Die Inhaltsstoffe extrudierter Futter sind richtig gelagert ungefähr ein Jahr gut haltbar. (und sie haben eine um rd. 40% erhöhte Verdaulichkeit), in nicht extrudierte Pressfuttern nur ca. 3 Monate.
Sofern Futter mit mehr als ca. 1 Jahr Mindesthaltbarkeit gestempelt werden, so hat das andere als Qualitätsgründe!
Und: Achten Sie unbedingt auf vorschriftsmäßige Deklaration der Inhaltsstoffe und der Zusammensetzung. Sie ist bei uns aus gutem Grund gesetzlich vorgeschrieben! (gilt natürlich auch für ausländische Futter!). Häufig fehlt diese leider auch bei den als Koifutter angebotenen Mastfuttern aus der Teichwirtschaft.
Und zuletzt zur Beachtung: Ein hochwertiges Koifutter erkennt man nicht unbedingt an einem sehr hohen Preis. Eine Reihe von Futterangeboten ist durch hohe Vorfrachten und aufwendige, oft grellbunte Verpackungenen preislich stark vorbelastet. Klingende Namen und hochtrabende Beschreibungen sollen dieses dann - leider häufig mit Erfolg - wieder wettmachen. |