Ein paar Tipps zur Auswahl eines Koifutters:
(Augen auf beim Koifutterkauf!)
Koi benötigen zum guten Gedeihen ein gehaltvolles
Futter mit hoher Verdaulichkeit der Nährstoffe.
Nur die reine Futtersubstanz in Gramm füttert.
Das Litergewicht (spezifisches Gewicht) soll mindestens
300-350g/Liter betragen.
Luftgefüllte Futtersticks z.B. (für jedes
Geld zu teuer – 10 Liter Sticks sind meist noch
nicht einmal 1kg Futter) und hohe Wassergehalte verhindern
die ausreichende Aufnahme von Nährstoffen.
Kaufen Sie Futter stets nach Gewicht in kg!
Die unteren Grenzen im Nährstoffgehalt eines brauchbaren,
extrudierten Koifutters mit etwa 7-8% Feuchtigkeit liegen
je nach Haltungsvoraussetzungen bei etwa 33-35% Rohprotein,
1,8-2,0% Lysin (Mindestwert für eine artgerechte
Eiweißqualität) und 3-5% Rohfett. .
Im Sommer kann der Eiweißgehalt gerne höher
sein, in Herbst/Winter/Frühjahr auch der Fettgehalt.
Zur Beachtung: Durch die sehr unterschiedlichen Artgewichte
(Nährstoffdichte) der Futter kann eine Handvoll
eines Futters mehr Inhaltsstoffe haben als 11/2 bis
2 Hände voll eines „leichteren“ Futters.
Immer zu beachten bei der Fütterung durch Anpassung
der Portionen.
Der Hauptnährstoff Eiweiß ist nur dann ausreichend
verdaulich, wenn er aus Fischerzeugnissen oder sonstigen
im Wasser lebenden Krebschen und Würmern; auch
aus Hefen und Spirulinaalgen stammt. Je höher der
Rohproteingehalt des Futters ist, umso höher verdaulich
muss dieser sein.
Gleiches gilt für den weiteren Hauptnährstoff
Fett. Es muss überwiegend aus mehrfach ungesättigten
Fettsäuren Herkunft Meerestiere und nur geringeren
Anteilen pflanzlichen Ursprungs bestehen.
Daraus folgt auch: Je höher die biologische Wertigkeit
eines Nährstoffes ist, umso höher darf er
in der Mischung dosiert werden - und um so besser ist
die Verdaulichkeit auch bei etwas niedrigeren Wassertemperaturen.
Die biologische Wertigkeit ist der Maßstab für
die Höhe der zu der Körpersubstanz des zu
ernährenden Individuums passenden Menge an Nährstoffbausteinen
in der Zusammensetzung eines Futtermittels.
Sie ist in Fischfutter immer sehr hoch bei Futtersorten
mit hohem Anteil an qulitativ erstklassigem Fisch- und
sonstigen Seetiermehl, sowie Fischöl.
Sie ist niedriger bei anderen verwendeten Eiweiß-
und Fettherkünften, auch bei Verwendung von nicht
im Wasser lebenden Würmern und Insekten.
Fette und auch Eiweiße der Herkunft Landsäugetiere
sind für Fische ausnahmslos ungeeignet.
Hohe Nährstoffdichte in Mischungen mit der ernährungphysiologisch
gewünschten Qualität erfordert natürlich
ebenfalls angepasst hohe Wirkstoffdosierungen. Nur dann
kann bei den notwendig geringeren Futtergaben das gewünschte,
fast immer bessere Fütterungsergebnis erzielt werden.
Hochwertige Futtermischungen bieten die gewünscht
hohe Verdaulichkeit. Das bedeutet, daß bei entsprechend
angepasster Fütterung wesentlich weniger Unverdautes
mit entsprechender Wasserbelastung ausgeschieden wird.
Die Ausscheidungen der Fische sind ebenfalls zu beobachten.
Sofern man "nichts" sieht, haben die Tiere
meist Durchfall, das Wasser wird durch mangelhafte Verdauung
stark belastet. Sofern keine Krankheit vorliegt, ein
untrügliches Indiz für eine ungeeignete Futtermischung.
Der Fischkot sollte leicht geformt und in nicht zu
langen Würsten einige Zeit zu sehen sein. Er kann
in dieser Form auch am besten bereits durch die Vorfiltterung
wirksam entfernt werden
Durch geschickt gesteuerte, aus dem sachlichen Zusammenhang
herausgegriffene Werbeartikel (getarnt als Fachartikel)
interessierter Kreise werden seit geraumer Zeit teilweise
extrem fettreiche Mastfutter aus der Teichwirtschaft
(Forellenmastfutter mit über 20% Rohfett!) gefördert,
die nicht problemlos sind.
Ungeeignete Fette sind nur schwer und bei höheren
Wassertemperaturen halbwegs verdaulich. Sie können
nicht nur unerwünschte Körperformen, sondern
auch gesundheitsschädliche, lebensverkürzende
Verfettungen in der Leber und dem Bauchraum verursachen.
Diese Futter sind konzipiert für ausschließlich
schnellen Zuwachs mit schmackhaften Fetteinlagerungen
im Fleisch. Mit diesem Ziel gefütterte Fische haben
sowieso nur ein kurzes Leben, die nachgewiesen stark
lebensverkürzenden Auswirkungen dieser Futter sind
hier nicht relevant.
Jedes Prozent mehr Fett bedeutet gleichzeitig wegen
der notwendigen Stabilisierung ein in Potenzen erhöhter
Eintrag von Chemikalien in die Fische und deren Lebensraum.
Einigen Futtersorten, besonders den weit aus fernen
Ausländern hergeholten, werden wegen der zwangsläufig
langen Lagerzeiten (Fette werden stets als erstes "ranzig")
allerdings häufig nur Fettmengen im untersten Bereich
zugesetzt.
Der Herkunft der Mineralien wird häufig zu wenig
Aufmerksamkeit gewidmet. Es befinden sich Futter mit
billigem, fast unverdaulichem Dicalziumphosphat auf
dem Markt, zur Freude der Fadenalgen! Ein gutes Futter
erhält die notwendigen Phosphate aus hochwertigem
Monocalziumphosphat, eine Selbstverständlichkeit
in der Tierernährung!
Farbverstärkende Zusätze werden besonders
für die Sommerfütterung empfohlen. Dazu gehören
die reichen Carotinoide aus den bekannten Spirulinaalgen,
sowie Paprikaextrakte und Astaxanthin. Auch Qualitätsfischmehle
haben positiven Einfluß auf das Erscheinungsbild.
Es empfehlen sich weitere Zusätze z.B. zur Gesundheitsförderung
(Immunstimulantien), Hefeglucane, Pro- und Prebiotika,
Pflanzen- und Wurzelextrakte oder zur Nährstoffoptimierung
(Betaine, Stärkeaufschluß).
Weitere bewährte Zusätze sind z.B. Milchsäurebakterien
und mehrfach ungesättigte Fettsäuren aus kaltgepressten
Fischölen. Diese Zusätze sind jedoch stark
hitzeempfindlich, sie dürfen nur nach dem industriellen
Herstellungsprozeß zugesetzt werden, um die wertvollen
Eigenschaften zu erhalten. Eine industrielle Fertigung
derartiger Futter ist daher nicht möglich.
Es ist für den Anwender oft etwas schwer, zwischen
"richtigen" Koifuttern und den (zumindest
im Einkauf - viel billigeren) Mastfuttern aus der Teichwirtschaft
zu unterscheiden.
Das Fehlen der genannten Zusatzstoffe mit Sonderwirkungen
ist neben den extremen Fettgehalten einer der Hinweise
zur Unterscheidung. Weitere Indizien sind die meist
im untersten Bereich dosierten Zusatzstoffe wie Vitamine,
Mineralien und Spurenelementegenannten, sowie das Fehlen
des für Koi besonders wichtigen Vitamin C.
.
Für gute Koifuttern werden hochwertige, teuren
Futterkomponenten wie z.B. Krillmehl, Qualitätsfischmehle,
Pflanzenextrakte, Algen, auch Weizenkeime, Fischöl
usw. verwendet. Im Gegensatz dazu finden sich in fast
allen Karpfen- bzw. Forellenfuttern neben Getreide verbilligende
Nebenerzeugnisse aus der Nahrungsmittelindustrie.
Und nicht zuletzt: Ein geeignetes Koifutter hat zwangsläufig
einen Mindestpreis durch die notwendigen besonders hochwertigen
Rohstoffe, die meist teuren Zusätze mit Sonderwirkungen
und einem aufwendigen Extrusionsvorgang.
Billigfutter sind immer zumindest "verdächtig!"
Vorstehendes gilt natürlich sinngemäß
auch für Störfutter. (Angeblich sollen hier
ebenfalls einfache Forellenfutter als Störfutter
verpackt auf dem Markt sein!).
Ganz wichtig ist die Frische (Haltbarkeitsdatum). Die
Inhaltsstoffe extrudierter Futter sind richtig gelagert
ungefähr ein Jahr gut haltbar. (und sie haben eine
um rd. 40% erhöhte Verdaulichkeit), in nicht extrudierte
Pressfuttern nur ca. 3 Monate.
Sofern Futter mit mehr als etwa 1 Jahr Mindesthaltbarkeit
gestempelt werden, so hat das andere als Qualitätsgründe!
Und: Achten Sie unbedingt auf vorschriftsmäßige
Deklaration der Inhaltsstoffe und der Zusammensetzung.
Sie ist bei uns aus gutem Grund gesetzlich vorgeschrieben!
(gilt natürlich auch für ausländische
Futter!).
Häufig fehlt diese leider auch bei den als Koifutter
angebotenen Mastfuttern aus der Teichwirtschaft.
Sie wird ganz bestimmt nicht durch für Werbezwecke
besonders bunt bedruckte Verpackungen ersetzt!
Koifutter
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