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Augen auf beim Koifutterkauf!

Koi benötigen zum guten Gedeihen ein gehaltvoll ausgewogenes, rohfaserarmes Futter mit für Fische hoher Verdaulichkeit der Nähr-und Wirkstoffe.

Wie bereits im Kapitel Futtermittelkunde ausgeführt, sind die Angaben auf dem Etikett nur ein sehr grober Anhaltspunkt für die Beurteilung der gewünschten Qualität, weil sie nichts über Art und Herkunft der deklarierten Nährstoffe aussagt.
Die unteren Grenzen im Gehalt der Hauptnährstoffe eines brauchbaren, extrudierten Koifutters mit etwa 7-8% Feuchtigkeit liegen je nach Haltungsvoraussetzungen bei etwa 28-30% Rohprotein und 2-4% Rohfett. Unter der Voraussetzung, daß die Futtermischung aus artgerecht geeigneten Rohstoffen besteht.

Hochwertige Koifutter haben nicht nur höhere Nähr- und Wirkstoffdichten, sondern auch ein besonders ausgewogenes Eiweiß- : Fettverhältnis, abgestellt auf die verwendeten Futterkomponenten. Entgegen leider immer noch auftauchender, aus der Verwendung von Mastfuttern der Teichwirtschaft stammenden Empfehlungen, soll dieses Verhältnis ungefähr dem in den natürlichen Fischnährtieren vorhandenem entsprechen. Dieses liegt fast immer bei etwa 3-5 :1; im Winter ist das Verhältnis etwas enger, im Sommer etwas weiter. Dabei ist nicht nur einseitig dieses Verhältnis zu beachten, sondern das Verhältnis aller enthaltenen Nährstoffe zueinander sowie angepasster Mineral-und Wirkstoffe.

              

Alleinentscheidend für ein gutes Koifutter ist die Qualität der verwendeten Rohstoffe und die für das jeweilige Fütterungsziel passende Mischung daraus.

Denn allein die Angaben in der Deklaration zu den Roh- Nährstoffgehalten (z.B. sind auch Schuhsolen Rohprotein und Wagenschmiere ist Rohfett!) sagen nur sehr wenig aus. Nur die verwendeten für Fische geeigneten Nährstoffqualitäten sind entscheidend. Erkennbar - zum Teil - an den eingesetzten Rohstoffen der Mischung.

Ein Futtermittel kann nur so gut oder schlecht sein, wie die Qualität der für die Mischung verwendeten Rohstoffe. Die Gestaltung der richtigen Mischung daraus ist dann die Aufgabe erfahrener Futtermittelfachleute mit speziellen Kenntnissen in der Ernährung von hochgezüchteten Koi. Von denen es nicht allzuviele gibt.
Und letztendlich werden dann die theoretischen Grundlagen durch vergleichende, praktische Fütterung unter hiesigen Bedingungen erhärtet (oder auch verworfen..). Einige große - nur wenige - Futtermittelhersteller (z.B. Fa. Coppens, Deutschland) haben geeignete Versuchsanlagen zur Überprüfung und Optimierung ihrer Futter.

Details:

Der Hauptnährstoff Eiweiß ist für Koi nur dann ausreichend verdaulich, wenn er aus Fischerzeugnissen oder sonstigen im Wasser lebenden Krebschen und Würmern; auch aus Hefen und Spirulinaalgen stammt.

Üblich ist allerdings die Verwendung von Sojaschrot als Ersatzlieferant von tierischem Eiweiß, um die Mischungen preisgünstiger machen. Dieses ist im Aminosäurenmuster jedoch nicht ganz vollwertig, sodass der Gesamtrohproteingehalt über den echten Bedarf hinaus eingestellt werden muss, um für die gewünschten Leistungen auszureichen.

Gleiches gilt für den weiteren Hauptnährstoff Fett. Es muss überwiegend aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren Herkunft Meerestiere und nur geringeren Anteilen pflanzlichen Ursprungs bestehen.
Kohlehydrate sollen nicht zu hoch sein und aus vollwertigen, rohfaserarmen Quellen stammen. Sie müssen durch Fermentation oder den Extrusionsvorgang voraufgeschlossen sein.

Für wirklich gute Koifutter dürfen nur hochwertige, teure Futterkomponenten wie z.B. Krillmehl, Qualitätsfischmehle, Pflanzenextrakte, Algen, Vollwertgetreide, Weizenkeime, Fischöl usw. verwendet werden und keine oder nur sehr wenig sogen. Substitute (Ersatzrohstoffe).

Ersatzrohstoffe zur Verbilligung von Futtermischungen?

In Maßen eingesetzte, qualitativ gut geeignete Substitute (als Ersatz für Vollwertrohstoffe)  in preiswerteren Mischungen sind durchaus vertretbar.

Leider hat der zunehmende Wettbewerb jedoch inzwischen dazu geführt, dass auch weniger geeignete Ersatzkomponenten häufig zur Verbilligung der Mischungen verwendet werden. Diesen Futtern, die von "richtigen" Koifuttern optisch kaum zu unterscheiden sind, begegnet man dann an vielen Stellen zu kaum nachvollziehbar niedrigen (oder auch total überhöhten!) Verkaufspreisen. Billigkomponenten, hoch aufgefettet sind auch die Grundlage fast aller Mastfutter für die Teichwirtschaft - hier auch vertretbar - als Koifutter jedoch ungeeignet - trotzdem leider häufig als ein solches angeboten. Erkennbar sind derartige Futter fast immer an sehr hohen Fettgehalten, die nur hier - nicht in der Koiernährung - berechtigt sind.

Natürlich sterben die Fische nicht gleich an diesen Billigfuttern, für die Ernährung hochgezüchteter Koi ist dies jedoch ein Irrweg, der niemals zu den erwünschten Ergebnissen führen kann.  Einige dieser Futter enthalten für  Koi völlig ungeeignete/schwerverdauliche Komponenten  - z.B.  nicht mehr vollwertige Mühlennach- und Abfallprodukte bis hin gar zu Haferschälkleie; ungesunde Billigfette, billige Mineralstoffverbindungen ( z.B. unverdauliches Dicalzium- anstatt Monocalciumphoshat) u.v.a.m.
In ein derartiges Gemisch wird dann Fett (= auch ein Geschmacksverstärker) in großen Mengen eingemischt, damit die Tiere es überhaupt fressen und die erforderlichen Energiewerte erreicht werden. Angeboten werden derartige Mischungen dann häufig in optisch besonders hochwertig gestalteten, bunten Tüten. Bezeichnet als sogen. Premiumfutter und mit Aufdrucken von z.B. Koifarmen, Tierärzten, wissenschaftlich klingenden Zusätzen versehen.
Unterstützt von geschickten, massiven Werbemaßnahmen - zur Beeinflussung des Koihalters so etwas zu kaufen und viel Geld dafür zu bezahlen -  leider jedoch nicht zum Wohle der Koi!

Ein besonderes Thema sind geeignete Ersatzstoffe für wenigstens einen teilweisen Ersatz des sehr teuer gewordenen Fischmehls.

Hohe Futterqualität für anspruchs- und wertvolle Koi

Es kann nur empfohlen werden, an wertvolle Koi, an denen man langjährig viel Freude haben möchte; die nicht nur gesund, sondern auch schön bleiben sollen, nur wirklich artgerechte, hoch- und vollwertige Futtersorten zu verfüttern! Es passt absolut nicht zu einem anspruchsvollen Hobby, bei der wichtigen Ernährung ein paar Euro sparen zu wollen. Es zahlt sich aus kritisch zu sein, die Futtermischungen in ihren Komponenten sorgfältig zu vergleichen (den Inhalt - nicht die Umverpackungen!), mit allen Sinnen zu prüfen und eigene Erfahrungen unter den vorhandenen Haltungsvoraussetzungen zu sammeln.

Merke: Nach Untersuchungen von Prof. Schreckenbach können gut und richtg gefütterte Fische viele Belastungen durch z.B. auch etwas ungünstigere Haltungsbedingungen "wegstecken". Und - das in vielen Werbungen angepriesene exstrem schnelle Wachstum ist erfahrungsgemäß nicht immer vorteilhaft für die Gesundheit der Tiere!

Häufig vernachlässigt - Mineralstoffe und Spurenelemente

Hohe, verfügbare Nährstoffgehalte in Mischungen mit der ernährungphysiologisch gewünschten Qualität erfordern natürlich ebenfalls angepasst hohe Mineral- und Wirkstoffdosierungen. Nur dann kann bei den möglichen geringeren Futtergaben das gewünschte, fast immer bessere Fütterungsergebnis erzielt werden. Unbedingt vorhanden sein soll auch Vitamin C mit wichtigen Funktionen im Hämoglobienstoffwechsel, unverzichtbar besonders für jüngere, wachsende Koi.

Bei der Beurteilung der verwendeten Mineralstoffe gilt das Gleiche wie in den ersten beiden Kapiteln ausgeführt. Fische nehmen zwar auch Mineralstoffe aus dem Wasser auf, diese sind jedoch in den üblichen Kreislaufanlagen oft nicht mehr ausreichend vorhanden.

Sorgfältige Beobachtungen der Tiere, des Wassers und des Filters

Hochwertige Futtermischungen bieten eine hohe Verdaulichkeit. Das bedeutet, daß bei entsprechend angepasster Fütterung wesentlich weniger Unverdautes mit entsprechender Wasserbelastung ausgeschieden wird.

Die Ausscheidungen der Fische sind daher zu beobachten. Der Fischkot sollte in nur kleinen Mengen, leicht geformt und in nicht zu langen und dicken Würstchen einige Zeit zu sehen sein. Er kann in dieser Form auch am besten bereits durch die Vorfilterung wirksam entfernt werden. Das Wasser darf nach der Fütterung nicht eingetrübt oder verfärbt sein.

Bitte achten Sie bei der Futterwahl im Interesse der Tiergesundheit auf moderate Fettgehalte und ein ausgewogenes Verhältnis zu Eiweiß. Man bedenke, dass gerade die wirklich hochwertigen Koifutter im Markt ihre unbestreitbar hohen Fütterungsergebnisse aus besonders artgerechten, vollwertigen Komponenten schöpfen und einen nur niedrigen Fettgehalt aufweisen. Der allerdings ebenso wie der dazu passende Eiweißgehalt von excellenter, artgerechter Qualität ist, die ihren Preis hat!

Farbverstärkende Zusätze werden besonders für die Sommerfütterung empfohlen. Dazu gehören die reichen Carotinoide aus den bekannten Spirulinaalgen, sowie Paprikaextrakte und Astaxanthin. Auch Qualitätsfischmehle haben positiven Einfluß auf das Erscheinungsbild. Es empfehlen sich weitere Zusätze z.B. zur Gesundheitsförderung (Immunstimulantien), Hefeglucane,  Prebiotika, organische Säuren, Pflanzen- und Wurzelextrakte oder zur Nährstoffoptimierung (Betaine, Stärkeaufschluß). Leider sind alle diese Zusätze relativ teuer und beeinflussen natürlich je nach Qualität und Menge den Futterpreis.

Ganz wichtig ist die Frische (Haltbarkeitsdatum). Die Inhaltsstoffe extrudierter Futter sind richtig gelagert mehr als ein Jahr gut haltbar (und sie haben eine um rd. 40% erhöhte Verdaulichkeit.) Als erstes unterliegen einige wichtige Vitamine einem gewissen Schwund; mit ein Grund, keine überlagerten Futter zu verwenden und nur jeweils den Bedarf für wenige Monate zu bevorraten.

Und zuletzt zur Beachtung: Ein hochwertiges Koifutter erkennt man nicht unbedingt an einem sehr hohen Preis. Viele von Futterangebote sind durch hohe Vorfrachten, aufwendige, bunt bedruckte Verpackungen, besonders hohen Produktionskosten und natürlich auch teuren Werbemaßnahmen preislich stark vorbelastet.
Um diese zusätzlichen Kosten zu kompensieren, muss dann oft bei der Qualität des Inhaltes gespart werden!

Zu speziellen Futterempfehlungen bitte hier klicken.